Veröffentlichungen
Ich schreibe und veröffentliche fleißig. Vielleicht, um die alte Regel zu überprüfen: "Wer schreibt, der bleibt!"
Weit über 200 Veröffentlichungen, überwiegend zu betriebswirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Themen, stehen auf meiner Publikationsliste.
Hier finden Sie jeweils die jüngsten Werke aus meiner Feder, jeweils verbunden mit einem Hinweis auf den Verlag oder das Verlagsobjekt, in dem der Text erschienen ist.
Sonstige
Die Kolumne: Neues aus der Nonprofit-Welt
Im neu erscheinenden Arbeitshandbuch Finanzen für den sozialen Bereich aus dem Verlag Dashöfer (Hamburg) finden Sie eine Veröffentlichung von Prof. Martin Beck zur aktuellen Lage des sozialwirtschaftlichen Bereiches.
Neues aus der Nonprofit-Welt
Sehr geehrte Leserinnen und Leser des Arbeitshandbuchs Finanzen für den sozialen Bereich,
ich darf Sie ab jetzt von Lieferung zu Lieferung mit Kommentaren, Anregungen und Hinweisen begleiten. Darauf freue ich mich – und natürlich auch über Reaktionen von Ihrer Seite!
Betriebswirtschaft ist heute Teil der Allgemeinbildung
Die Verwaltungsleiter in sozialen Unternehmen – so ungefähr vor 20-30 Jahren– waren Götter und Hexenmeister in einem. Sie beherrschten ihren Haushalt, wie das Budget damals hieß, sie jonglierten mit Geld, sie übten fast unbegrenzte Macht aus, zumindest dort, wo sie ein Vetorecht gegenüber anderen Leitungsmitgliedern hatten – und sie hüteten ihre Schätze und Geheimnisse wie Coca Cola ihr Rezept. Das verlieh der Verwaltung eine Aura von Geheimbund und Hexenküche, in die weder der Verwaltungsrat noch der ehrenamtliche Vorstand noch der pädagogische oder theologische Führungskollege Zutritt hatte. Der Verwaltungsleiter hatte eine Art Vetorecht wie Russland im Weltsicherheitsrat, und wenn er Bedenken gegen eine Maßnahme hatte, dann war sie gestorben. Weder der – meist ehrenamtliche – Vorstand, noch der Direktor der Einrichtung, wagten ernsthaften Widerspruch gegen die höchstrichterliche Entscheidung des Verwaltungsleiters. Ich habe einige beeindruckende Exemplare damaliger Verwaltungsleiter vor Augen und denke durchaus mit Respekt an diese Herren. Sie haben, wenn alles gut ging, die Grundlage für einen gewissen Wohlstand des sozialen Werkes gelegt und sie haben diese Grundlage mit Zähnen und Klauen verteidigt. Das verdient Respekt, auch wenn die Methoden und Instrumente längst überholt sind und in die Mottenkiste der betriebswirtschaftlichen Entwicklung gewandert sind. In der Zwischenzeit hat die Betriebswirtschaft gewaltige Veränderungen erfahren. Sie ist in alle Bereiche sozialer Führungsaufgaben eingedrungen. Sie prägt heute auch die Tätigkeit von Schulleitern, Chefärzten und Werkstattleitungen. In vielen Aufsichtsräten sitzen heute Menschen mit betriebswirtschaftlicher Kompetenz und bringen diese auch ein. Aber die Betriebswirtschaft ist keine Geheimwissenschaft mehr. Sie ist Allgemeingut geworden und ist heute eine allseits anerkannte Alltagswissenschaft, ohne die keine Führungskraft mehr erfolgreich arbeiten kann. Betriebswirtschaft ist in diesem Zuge aber geschrumpft, von der überdimensionalen
Heilslehre zu einem Handwerk mit gut gefülltem Werkzeugkasten. Das ist gut für soziale Unternehmen, aber es ließ die Wirtschaftsführer schrumpfen, sozusagen vom Scheinriesen auf Normalmaß. Man mag das biografisch bedauern, aber es dient der Sache und ist deshalb gut so! Wer heute im Sozialbereich mit Betriebswirtschaft Einfluss ausüben will, der muss mehr wissen und können, als nur Betriebswirtschaft. Er muss sich mit den Produkten und Dienstleistungen beschäftigen, um mitreden zu können. Kann er das nicht, bleibt er Spezialist in seinem Kämmerlein und wird keine Karriere machen. Schließlich erwartet man auch bei einem Automobilwerk, dass der Finanzchef etwas von Autos versteht.
Sozialwirtschaft und Wirtschaft
Mit dem Einzug der Betriebswirtschaft in die Sozialwelt in den siebziger und achtziger Jahren und ihrem unaufhaltsamen Aufstieg zur wichtigsten Kompetenz auch in Sozialunternehmen wuchs in der Sozialwelt die Bewunderung für die tollen Kerle von der richtigen Wirtschaft. Viele, jedenfalls die Leute an der Spitze, wollten auch so werden wie die Helden da draußen. Und die Sozialwelt hat sich tatsächlich bewegt. Heute müssen sich viele Sozialwerke nicht mehr verstecken, wenn es um den Vergleich von Controlling, Rechnungswesen, IT-Ausstattung oder Personalentwicklung geht. Sie sind auf vielen Gebieten ebenso gut wie Wirtschaftsunternehmen ähnlicher Größe. Und manche Sozialunternehmen sind sogar auf einzelnen Gebieten deutlich weiter. Das ist gut so, und es bietet Anreize, es den Vorbildern gleichzutun oder sie sogar zu überflügeln. Nach den Erfahrungen der Finanzkrise wissen wir auch, dass viele große Firmen, die unbesiegbar und unerreichbar schienen, in Wirklichkeit auf ziemlich schwachen Beinen standen und dass viele der fast göttlichen Manager in Wirklichkeit ihre Suppe auch mit Wasser kochten – manche sogar ganz ohne Wasser. Diese Erkenntnis verbessert natürlich die Lage der Wirtschaft und damit des Staatswesens nicht, aber sie ist ein Anlass für begründeten Stolz. Merke: Die Sozialwirtschaft braucht sich nicht mehr hinter den Helden des Kapitals zu verstecken!
Die Sozialwelt und die Finanzkrise
Wie man’s macht ist es falsch: Es gab einmal eine Zeit, so vor zehn bis fünfzehn Jahren, da wurden die Finanzverwalter der Sozialbranche verlacht, wenn sie ihre Schätze vor allem in mündelsicheren und damit ertragsgebremsten Papieren anlegten. Man hielt das für altmodisch und hinterwäldlerisch und viele Banker und Anlageberater überschlugen sich mit sensationellen Anlageratschlägen, die ohne Arbeit und fast ohne Risiko zu nie gekannten Erträgen führen würden. Diese Angebot haben tatsächlich auch eine Zeit lang gewirkt, die Aktienkurse stiegen und mit ihnen das Stiftungsvermögen – jedenfalls bis zum Absturz. Dann zerrann oft in wenigen Wochen, was man in harter Aufbauarbeit erwirtschaftet hatte. Jetzt, ein paar Jahre später, rümpft man die Nase über diejenigen, die aus der gemütlichen Finanzecke rechtzeitig aufgebrochen waren und jahrelang gute Erträge erwirtschaftet haben – aber um den Preis großer zumindest buchmäßiger Verluste.
In vielen Sozialunternehmen und Stiftungen schlägt das Pendel jetzt zurück. Man könnte auch sagen: die gleichen Leute fallen jetzt auf der entgegengesetzten Seite vom Pferd. Jetzt werden Anlagerichtlinien beschlossen, die mehr Risikoschutz und weniger Ertrag anstreben. Sicherheit und Vermögenserhaltung stehen ganz im Vordergrund. Ertrag mit Risiko ist schlecht, Sicherung mit wenig Risiko ist gut. Vermögenserhaltung bedeutet aber spätestens in Zeiten einer gewissen Inflation vor allem Vermögensreduzierung. Wenn die Verzinsung nicht mehr ausgleicht, was die Teuerung wegfrisst, dann kann von Vermögensanlage nicht mehr gesprochen werden. Lange wird das nicht gut gehen, dann brechen die ersten Finanzchefs der Sozialwelt wieder aus. Der Finanzbedarf ist einfach da – und wer Geld hat, will auch Erträge sehen, ob er nun ein nackter Kapitalist oder ein hochmögender
Wohlfahrtspfleger ist.
Ihr
Martin Beck
Aktuelles und Trends
Martin Beck
Arbeitshandbuch Finanzen
Link: http://www.finanzen-sozialbereich.de/
Kontakt: Prof. Martin Beck

