Groß oder klein, Unternehmen, Führung, Management, Wirtschaftlichkeit, Qualität, Steuerbarkeit, Identifizierbarkeit, Transparenz, Vernetzbarkeit, Mittelstand

Veröffentlichungen

Ich schreibe und veröffentliche fleißig. Vielleicht, um die alte Regel zu überprüfen: "Wer schreibt, der bleibt!"

Weit über 200 Veröffentlichungen, überwiegend zu betriebswirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Themen, stehen auf meiner Publikationsliste.

Hier finden Sie jeweils die jüngsten Werke aus meiner Feder, jeweils verbunden mit einem Hinweis auf den Verlag oder das Verlagsobjekt, in dem der Text erschienen ist.

SOZIALwirtschaft aktuell

Groß oder klein

welche Unternehmensgröße ist erstrebenswert?

Das Thema Unternehmensgröße in der Sozialwirtschaft ist schwer fassbar. Es schwankt sozusagen mit dem jeweiligen Zeitgeist. Der Charme der winzigen Einheit ist allerdings längst verflogen. Groß und klein schließen sich heute nicht mehr aus. Pauschale Zuordnungen wie „die Großen“ oder „die Kleinen“, womöglich noch mit Qualifizierungen oder Kampfbegriffen verstärkt, helfen in der betrieblichen Praxis ohnehin nur wenig. Auffällig ist jedenfalls, dass die Alleinstellung der wenigen wirklich großen Unternehmen der Sozialbranche durch immer neue Zusammenschlüsse längst gefestigt ist.

Ein Blick in Geschichte der Sozialwirtschaft zeigt, dass es früher wie heute Erfolge und Misserfolge in allen Größenklassen gab. Die spektakulären Gründungen des 19. und 20. Jahrhunderts wie die von Bodelschwinghschen Anstalten, das Christliche Jugenddorfwerk, die Stiftung Liebenau, die SRH-Holding, die BruderhausDiakonie und andere zeigen, dass Größe mit Qualität und Wirtschaftlichkeit durchaus in Einklang zu bringen ist. Und andere großen Werke wie der Deutsche Orden oder die CTT in Trier beweisen in unglücklichen Phasen ihrer Geschichte das glatte Gegenteil.

Es ist deshalb empfehlenswert, etwas genauer hinzuschauen. Die folgenden „Prüfsteine“ können dabei helfen, die richtige Unternehmensgröße für das eigene Sozialgeschäft zu bestimmen: Erfüllt die gewünschte Unternehmensgröße meine/unsere Anforderungen an die folgenden Kriterien?

- Wirtschaftlichkeit
- Qualität
- Steuerbarkeit
- Identifizierbarkeit
- Transparenz
- Vernetzbarkeit

Es gäbe natürlich noch viele andere Fragen, die an große Werke zu stellen wären: Gibt es einen Zusammenhang von Unternehmensgröße und Qualität? Gibt es einen Zusammenhang von Unternehmensgröße und Stabilität? Können große Werke auch kleine und wohnortnahe Aktivitäten betreiben? Ist es möglich, ein großes Werk vor Ort profiliert und vernetzt zu strukturieren?

Es mag für die leidenschaftlichen Vertreter des kleinen Ortsvereins ärgerlich sein und nicht in ihr ideologisch gefestigtes Bild passen, aber die meisten dieser Fragen können heute mit einem klaren Ja beantwortet werden.

So leid es mir tut: Klein ist oft unsicher, häufig unprofessionell, nicht selten auf wenigen Köpfen aufgebaut und meist wirtschaftlich angreifbar. Schade eigentlich. Es war so schön übersichtlich, als sich noch alle persönlich kannten und duzten. Es war einmal, wie gesagt.

Martin Beck
29. Mai 2005

Erschienen in Sozialwirtschaft aktuell, NOMOS Verlag, Baden-Baden, Ausgabe 17/2005

Kontakt: Prof. Martin Beck

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