Veröffentlichungen
Ich schreibe und veröffentliche fleißig. Vielleicht, um die alte Regel zu überprüfen: "Wer schreibt, der bleibt!"
Weit über 200 Veröffentlichungen, überwiegend zu betriebswirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Themen, stehen auf meiner Publikationsliste.
Hier finden Sie jeweils die jüngsten Werke aus meiner Feder, jeweils verbunden mit einem Hinweis auf den Verlag oder das Verlagsobjekt, in dem der Text erschienen ist.
SOZIALwirtschaft aktuell
Was müssen Gremien eigentlich wissen?
Eine Anfrage an Unternehmen in der Sozialwirtschaft
Wer Aufsicht führt, sollte wissen, worum es geht. Nicht nur so ungefähr, sondern schon ziemlich gut. Natürlich nicht alles, aber von allem etwas, einen Überblick also. Es ist begrüßenswert, wenn neben dem Überblick aus der Vogelschau von Zeit zu Zeit auch Tiefbohrungen präsentiert werden. Damit die Aufsichtsgremien im Blick behalten, wie viele Ebenen es unter der ihrigen gibt.
Vor diesem Hintergrund ist die Frage besonders wichtig, was Gremien eigentlich wissen müssen, welche Informationen ihnen regelmäßig und unaufgefordert geliefert werden sollten und was ihnen straflos oder sogar guten Gewissens vorenthalten werden kann. Natürlich gibt es keine allseits gültige Standardantwort auf diese Frage. Aber es lassen sich doch einige Hinweise geben.
Aus der Sicht des Aufsichtsgremiums stellt sich vor allem die Frage, welche Daten und Informationen in welchem Rhythmus erwartet werden dürfen. Was braucht das Gremium monatlich? Was reicht auch vierteljährlich? Was braucht man nur einmal im Jahr, und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt? Sollen die gewünschten Daten – insbesondere die wirtschaftlichen – in hochkonzentrierter Form geliefert werden, sozusagen alles auf einer Seite DIN A 4, möglichst noch farbig illustriert? Oder soll es die volle Datenmenge mit langen Listen und endlosen Zahlenkolonnen sein? Soll die Verwaltung schon ihre Kommentare und Abweichungsanalysen mitliefern, oder soll sie das gefälligst dem Aufsichtsrat überlassen? Soll es Informationen nur zur (oder kurz vor der) Sitzung geben, oder unaufgefordert monatlich oder vierteljährlich?
Wenn der Aufsichtsrat, was eigentlich wünschenswert wäre, nicht nur aus Wirtschaftlern besteht, dann könnte eine Kompromisslinie darin bestehen, dass ein kleiner Finanzausschuss gebildet wird, der das komplette Paket bekommt und zur Kenntnis nimmt und, nach gründlicher Prüfung, das große Gremium dann ins Bild setzt. Der Autor, obwohl gelernter Betriebswirt, bekennt sich hiermit zu seiner Vorliebe für die bildliche und kolorierte Darstellung. Sie zwingt nämlich die Verwaltung dazu, das wirklich Wichtige herauszuarbeiten und – im wörtlichen Sinne – Farbe zu bekennen. Was schon sauber analysiert ist, kann auch besser diskutiert werden. Und ein Bildchen versteht man/frau im Zweifel besser als Zahlenkolonnen.
Ich kann Gremien und den von ihnen Beaufsichtigten nur empfehlen, sich regelmäßig (also, sagen wir, einmal im Jahr) gegenseitig zu befragen und zu versichern, ob eigentlich die richtigen Informationen in der gewünschten Form und zum richtigen Zeitpunkt geliefert werden, oder ob hier Wunsch und Erfüllung deutlich auseinander gehen. Beide Seiten werden davon profitieren – und übrigens die Arbeit, der sich das Werk verschrieben hat, erst recht!
Erschienen in SOZIALwirtschaft aktuell, Nr. 24/2006. Dezember 2006, NOMOS Verlag Baden-Baden
Kontakt: Martin Beck

