Veröffentlichungen
Ich schreibe und veröffentliche fleißig. Vielleicht, um die alte Regel zu überprüfen: "Wer schreibt, der bleibt!"
Weit über 200 Veröffentlichungen, überwiegend zu betriebswirtschaftlichen und sozialwirtschaftlichen Themen, stehen auf meiner Publikationsliste.
Hier finden Sie jeweils die jüngsten Werke aus meiner Feder, jeweils verbunden mit einem Hinweis auf den Verlag oder das Verlagsobjekt, in dem der Text erschienen ist.
SOZIALwirtschaft aktuell
Gibt es den idealen Personenmix für Gremien?
Erschienen in SOZIALwirtschaft aktuell Ausgabe 6/2006 - April 2006
Zuerst ein autobiografisches Geständnis: In jungen Jahren, das ist schon eine Weile her, war der Autor dieser Zeilen ein leidenschaftlicher Verfechter der Verjüngung von Gremien. Die alten Säcke, damals in der Regel nur Männer, sollten endlich Platz machen für junge, dynamische, kreative Köpfe. Heute, in einem Zustand der fortgeschrittenen Reife und Erfahrungssättigung, hat sich die Perspektive etwas verändert. Gerne ein paar junge Leute dabei – wobei die Frage, was in diesem Zusammenhang „jung“ ist, der schleichenden Veränderung nach oben unterliegt – aber berufliche und persönliche Erfahrung und Kompetenz sollten doch bitte bei der Auswahl im Vordergrund stehen. Erfahrung vor Jugendwahn sozusagen.
Neben der Frage, ob bei der Besetzung von Gremien auf einen gewissen Generationenmix geachtet werden sollte (Antwort: ja, aber nicht um jeden Preis), stellen sich noch weitere Mischungsfragen. Soll der Geschlechtermix bewusst und mit System verändert werden? (Antwort: vielleicht nicht quotenmäßig, aber doch etwas energischer als bisher) Das würde in der Regel bedeuten, abgehende Männer durch Frauen zu ersetzen. Und: macht es Sinn, bewusst, vielleicht sogar durch eine entsprechende Satzungsregelung, eine gewünschte Mischung der dort vertretenen Fachrichtungen zu verfolgen? (Antwort: wäre interessant, ist aber nicht zwingend).
Bei Sozialunternehmen des kirchlichen Umfelds stellt sich noch zusätzlich die Frage, ob die besondere Wertorientierung durch die Berufung eines oder mehrerer Theologen in das Aufsichtsgremium verstärkt oder gar gesichert werden soll. (Antwort: Theologen im Gremium sind vielleicht Garanten für die rechte Lehre, aber für deren glaubwürdige Umsetzung sind Leute wichtig, die weltliche Fachlichkeit und persönliche, authentisch gelebte Werthaltung in sich vereinigen).
Zurück zur Ausgangsfrage: Es macht schon Sinn, bei der Suche von Nachfolgern und bei der Aufstellung von Kandidatenlisten grundsätzliche Fragen anzustellen. Besteht ein Gremium nur aus Leuten eines gemeinsamen Jahrgangs, dann zeichnet sich eines nahen oder ferneren Tages ein Sicherheitsrisiko ab. Sitzen im Gremium „oben“ nur Männer, während „unten“ überwiegend Frauen die Arbeit tun, dann besteht eine Schieflage. Dominiert eine Fachrichtung im Gremium, dann könnte der ganzheitliche Blick über das zu beaufsichtigende Feld verloren gehen.
Insgesamt gilt aber: Persönlichkeiten sind wichtiger als Diplome! Aufsichtsarbeit ist Generalistenarbeit. Spezialisten gehören auf die hauptamtliche Seite. Und Generalisten sind nun mal eher die etwas älteren, die schon viel gesehen und manches erlebt haben. Eine Chance also für mich und meinen Jahrgang...
Kontakt: Prof. Martin Beck

